Veranstaltungshinweise November 2018

Wir möchten Sie auf zwei interessante Veranstaltungen zu brisanten pädagogischen Themen hinweisen.

Die erste ist eine Veranstaltung von BAOBAB und der MA 10 in Kooperation mit Bildung Grenzenlos: Bitte beachten Sie, dass eine Anmeldung unter dem angegebenen Link erforderlich ist.

MIT KINDERN IM GESPRÄCH

Alltagsintegrierte Sprachförderung im Kindergarten

Vortrag und Podiumsdiskussion

Warum sind Gespräche für die sprachliche Entwicklung der Kinder so wichtig? Welche Aspekte tragen zu einer erfolgreichen Umsetzung von Sprachförderung im Kindergarten bei?

Diese und weitere Fragen werden im Rahmen des Vortrags und im anschließenden Podiumsgespräch diskutiert.

Zeit: Montag, 12. November 2018, 17.30 Uhr
Ort: C3 – Centrum für Internationale Entwicklung
Sensengasse 3, 1090 Wien, Alois Wagner Saal

Um Anmeldung wird gebeten: service@baobab.at

In ihrem Vortrag spricht Verena Plutzar über die sprachliche Entwicklung im Kindergartenalter, die besonders sensibel ist, weil diese untrennbar mit der emotionalen, sozialen und kognitiven Entwicklung verbunden ist. Ein guter Grund, genau hinzusehen und zu überlegen, was Kinder, auch mehrsprachig aufwachsende Kinder, in dieser Phase brauchen um sprachlich gut zu wachsen. Gespräche bilden dabei ein Kernstück, aber es geht noch um mehr.

Bei der Podiumsdiskussion werden zwei Best Practice Beispiele von einem öffentlichen und privaten Kindergarten vorgestellt. Anschließend ist Raum für Fragen und Diskussion. Es diskutieren Gabriela Kernstock, Irén Komenda und Verena Plutzar moderiert von Katrin Zell.

Anschließend laden wir zu Getränken und Knabbereien.

Zu den Personen:

  • Drin. Verena Plutzar, Germanistin mit Schwerpunkt auf Deutsch als Zweitsprache, Universitätslektorin, Erwachsenenbildnerin und Supervisorin
  • Gabriela Kernstock, arbeitet seit 1977 als Elementarpädagogin, seit 2011 Leitung des Standortes  Haberlgasse 76 (MA10) in einem Stadtteil mit einer reichen Diversität an Bewohner*innen
  • Irén Komenda, BIG-Fachberaterin/Mehrsprachigkeitsexpertin, Leiterin bei den Wiener Kinderfreunden, Kindergartenpädagogin, Volksschul- und Hauptschullehrerin

Eine Veranstaltung von MA10 – Wiener Kindergärten und BAOBAB-Globales Lernen.

In Kooperation mit Bildung grenzenlos.

Bei der zweiten Veranstaltung wird unsere Vorsitzende Heidi Schrodt als Diskussionsteilnehmerin auf dem Podium sitzen. Bei dieser Veranstaltung ist keine Anmeldung notwendig, ich möchte aber auf die beschränkte Platzkapazität hinweisen.

Für Eltern, PädagogInnen und alle Interessierten

20. ZOOM Lecture

Susanne Wiesinger, Heidi Schrodt, Kenan Güngör: Brennpunktschulen – was tun?

Do, 08.11.2018, 19:00 Uhr

im Zoom Kindermuseum
Museumsplatz 1
1070 WienViele Schulen in Ballungszentren entwickeln sich immer mehr zu sogenannten Brennpunktschulen, an denen es auf Grund von Sprachdefiziten, kulturellen Differenzen und unterschiedlichen sozialen Milieus, aus denen die Kinder stammen, kaum mehr möglich ist, konstruktiv zu unterrichten.

Was muss verändert werden, wo und wie kann man diesen negativen Trends am besten entgegenwirken und was brauchen PädagogInnen und Schulen dafür am nötigsten?

Darüber diskutieren Susanne Wiesinger, NMS-Lehrerin und Autorin des Buches „Kulturkampf im Klassenzimmer“, Heidi Schrodt, Vorsitzende von BildungGrenzenlos und Autorin des Buches „Sehr gut oder nicht genügend“, und Kenan Güngör, Integrationsexperte und Soziologe, der für das Bildungsministerium eine Studie über Integrationsprobleme durchführen wird.

Moderation: Lisa Nimmervoll, DER STANDARD

Eine Kooperation des ZOOM Kindermuseums mit dem STANDARD

 

 

 

 

Stellungnahme zu den geplanten „Deutschförderklassen“

Liebe Bildungsinteressierte!

BildungGrenzenlos lehnt den Entwurf zur Einführung von so genannten Deutschförderklassen (Ministerialentwurf) ab. Wir dürfen Ihnen unsere Stellungnahme zur Kenntnis bringen, die an das Parlament und das Bildungsministerium ergangen ist:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Verein BildungGrenzenlos erlaubt sich, folgende Stellungnahme zum Entwurf bez. „Schulorganisationsgesetz, Schulunterrichtsgesetz und Schulpflichtgesetz 1985 betreffend Deutschförderklassen“ vorzulegen.

Zu begrüßen ist aus der Sicht von BildungGrenzenlos die Intention, der Deutschförderung von Kindern und Jugendlichen künftig einen hohen Stellenwert einzuräumen.

Allerdings wird der vorliegende Entwurf diesen Intentionen nicht gerecht.

Wir kritisieren daher erhebliche Teile des Entwurfs:

Begründung:

  • Alle neueren Erkenntnisse aus der einschlägigen Forschung kommen zu der Erkenntnis, dass separate Deutschklassen nicht zum gewünschten Erfolg führen. Als erfolgreich hat sich ein Modell erwiesen, das eine Balance zwischen separatem und integrativem Unterricht darstellt, wobei der integrative Anteil so schnell wie möglich zu steigern ist.
  • So ein Mischmodell setzt allerdings ausreichend personelle Ressourcen – mit entsprechender Qualifikation – voraus.
  • Im Entwurf werden Kenntnisse in der Zweit- oder sogar Drittsprache als Kriterium für Schulreife vorgesehen. Das ist wissenschaftlich gesehen völlig abzulehnen, da nur Kenntnisse in der Erstsprache ein Kriterium für Schulreife sein können. In Hamburg, das auf dem Gebiet der durchgehenden Deutschförderung eine Vorreiterrolle einnimmt, ist das sogar verboten.
  • Gut erforscht ist, dass durch Zurückstellung von der Schulreife aufgrund von mangelnden /fehlenden Kenntnissen in der Zweitsprache die Erstsprache abgewertet wird, was sich wiederum negativ auf den Erwerb der Zweitsprache auswirkt.
  • Kinder, die künftig den Schulbeginn bis zu zwei Jahre später beginnen könnten, verlieren künftig bis zu zwei Jahre ihrer Schullaufbahn, was eine erhebliche Diskriminierung darstellt.
  • Sechsjährige und Achtjährige werden künftig erste Volksschulklassen zusammen besuchen, ohne dass diesen Klassen Ressourcen für Mehrstufenpädagogik zur Verfügung stehen werden.
  • Aus unerklärlichen Gründen wird der Status des „außerordentlichen Schülers“ künftig abgeschafft. Dieser war bislang für zwei Jahre möglich, was für viele SchülerInnen bedeutete, dass sie keinen Verlust in ihrer Schullaufbahn hatten. Künftig müssen sie gleich in allen Gegenständen beurteilt werden, was die Ausgangssituation dramatisch verschlechtert.
  • o.-SchülerInnen, die bereits fix seit einem Jahr (Schuljahr 2017/18) in einer Klasse verankert sind, werden ab dem nächsten Schuljahr aus diesem Verband herausgerissen und müssen ebenfalls in die Deutschklassen gehen.
  • SchülerInnen, die bereits Deutschkenntnisse haben, aber noch Förderbedarf haben, müssen künftig mit sechs Wochenstunden auskommen (statt bisher mit elf).
  • Ungeklärt ist, welche Qualifikationen die Lehrkräfte haben müssen. Sie sollten selbstverständlich eine Ausbildung in „DaZ“ haben sowie eine Ausbildung in interkultureller Kompetenz.
  • Wird es künftig diese Ausbildung für alle LehrerInnen verpflichtend geben? Bislang ist das nicht der Fall, und auch die neue PädagogInnenbildung sieht das nicht vor.
  • Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass dem Fachunterricht im Erwerb der Zweitsprache eine große Bedeutung zukommt. Im Entwurf ist außer in Werken und Sport kein Fachunterricht vorgesehen.
  • Unklarheit herrscht bislang über die Curricula dieser Klassen.
  • Ebenso unklar ist, wie die Tests aussehen werden. In Österreich gibt es bisher keine von wissenschaftlicher Seite erstellten Tests. Die Frage ist also, wer diese Tests erstellen wird und wie ihre wissenschaftliche Validität aussehen wird.
  • Einigkeit herrscht unter PädagogInnen und WissenschaftlerInnen darüber, dass Integration nicht nur über den Erwerb der Landessprache erfolgt, sondern dass es vieler zusätzlicher Maßnahmen bedarf.
  • Daher unsere Frage: Was ist an Ressourcen für zusätzliches Supportpersonal vorgesehen? Bekanntlich steht Österreich, was die Anzahl dieser Personen betrifft, jetzt schon an letzter Stelle unter vergleichbaren (OECD)Ländern.
  • Es ist bekannt, dass den Eltern eine maßgebliche Rolle im Integrationsprozess zukommt. Im Entwurf sind dafür keine Maßnahmen vorgesehen. Explizit meinen wir dabei nicht Strafmaßnahmen, sondern etwa aufsuchende Elternarbeit u.Ä.
  • Wir kritisieren auch die Nicht-Verlängerung der Ressourcen aus dem so genannten „Integrationstopf“. Welche Ressourcen wird es stattdessen geben? Werden die Schulen in urbanen Bereichen mehr Ressourcen auf Grund eines Chancenindex erhalten?
  • Ungeklärt ist die Frage der Qualitätssicherung. Wird es eine Evaluation geben? Wer wird diese durchführen? In welchem zeitlichen Rahmen soll sie stattfinden? Wird es eine wissenschaftliche Begleitung der Maßnahmen geben?
  • Ungeklärt ist bisher ebenfalls, ob der räumliche Bedarf abgedeckt werden kann. Viele Schulen haben schon jetzt so genannte „Wanderklassen“ und können keinen zusätzlichen Raum für die geplanten Deutschklassen zur Verfügung stellen.
  • Wurde diese Raumfrage geklärt, bevor der Entwurf in Begutachtung gegangen ist? Was machen Schulen, die über diese Räume nicht verfügen?
  • Völlig unverständlich ist, warum man eine zentrale Regelung für ganz Österreich einführt, obwohl die Ausgangssituation von Region zu Region, aber auch von Schule zu Schule ganz unterschiedlich ist. Warum überlässt man die konkrete Ausformung nicht den Schulen?
  • Dem Gedanken der Schulautonomie wird dabei in keiner Weise entsprochen.
  • Unklar ist, welche Regelung künftig für die Oberstufe(n) vorgesehen ist. Wird es hier den „a.o.“-Status weiterhin geben?
    • Die Ausgangslage: Der Einstieg in das österreichische Schulsystem ist für SchülerInnen höherer Schulstufen besonders schwierig, da einfach weniger Zeit bis zum angestrebten Schulabschluss zur Verfügung steht. In BHS und BMS schaffen immigrierte Jugendliche schon die Hürde der Aufnahmevoraussetzungen nicht. In der AHS kommt gesetzlich vorgesehen meist eine weitere Fremdsprache hinzu, wodurch die Probleme zusätzlich zu den notwendigen Einstufungen rasch zu Überforderung führen. Hier müssen andere Lösungen gesucht werden z.B. die Förderung und Anrechenbarkeit von Fähigkeiten in der Muttersprache. Diese Jugendlichen kommen sonst nicht ins System oder fallen schnell wieder heraus, landen beim AMS.
    • Angesichts dessen ist zu klären: Welche gesetzliche Regelung wird es für die Oberstufe geben? Fällt es überhaupt künftig ganz in die Schulautonomie, was die beste Lösung wäre? Inwiefern werden mitgebrachte Qualifikationen / schulische Vorbildung künftig anerkannt? Macht der jetzige a.o. Status in der Oberstufe überhaupt Sinn – laut ExpertInnen aus Theorie und Praxis ist das nicht der Fall.

Hochachtungsvoll,

Mag. Heidemarie Schrodt für Bildung Grenzenlos (Vorsitzende)

Mag. Stefan Böck (stv. Vorsitzender)

Mag. Erwin Greiner (stv. Vorsitzender)

 

Aufruf zur Unterzeichnung des Offenen Briefs zur aktuellen Situation der „Innovationsstiftung für Bildung“

Liebe Bildungsinteressierte!

Bei einem alternativen Zusammentreffen anstelle des geplanten und leider abgesagten „Innovationsdialog für Bildung“ am 15. März 2018 haben sich die anwesenden TeilnehmerInnen für das Aufsetzen eines Offenen Briefs an den National- und Bundesrat sowie die Bundesregierung entschlossen. Text siehe unten.

Mit diesem Formular können Sie / könnt ihr eure Unterstützung und virtuelle Unterschrift unter diesen Offenen Brief setzen. Umso mehr, umso besser. Wir bitten um eine kurzfristige Unterstützung bis spätestens Montag, 19. März 2018 um 12:00 Uhr. Im Anschluss daran geht der Brief mit der Auflistung der UnterzeichnerInnen an alle Abgeordneten und Mitglieder der Bundesregierung.

Unterzeichnet werden kann als Initiative bzw. Plattform / Organisation bzw. Unternehmen / Bildungseinrichtung (Schule, Universität, etc.) / Einzelperson bzw. AkteurIn.

Herzlichen Dank!

Bildung Grenzenlos, Daniel Landau, Förderverein Technische Bildung, talentify, Teach for Austria, Verein ScienceCenter-Netzwerk, u.v.m.

 

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Offener Brief

 

Sehr geehrte Abgeordnete zum Nationalrat!

Sehr geehrte Abgeordnete zum Bundesrat!

Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung!

 

Bildung geht uns alle an. Aus diesem Grund gibt es neben den vielen engagierten Pädagoginnen und Pädagogen an österreichischen Schulen, Kindergärten und Bildungseinrichtungen viele Initiativen aus der Zivilgesellschaft, die sich seit Jahrzehnten – größtenteils ehrenamtlich – für positive Veränderungen im Bildungssystem einsetzen.

 

In den letzten 18 Monaten war in der Bildungsszene eine Aufbruchsstimmung zu bemerken. Das vom Nationalrat am 14. Dezember 2016 beschlossene Innovationsstiftung-Bildung-Gesetz (ISBG) förderte diese im Besonderen und wurde flächendeckend positiv aufgenommen. Dabei wurde zur Förderung von Innovation im Bildungsbereich eine Stiftung mit dem Namen „Innovationsstiftung für Bildung“ und einem Vermögen von 50 Millionen Euro errichtet. Das ISBG verlangt explizit nach kreativen, experimentellen und system­verändernden Ansätzen, die von außerschulischen Organisationen und Initiativen in Kooperation mit Schulen umgesetzt werden. In der Vorbereitung und Konzeption der „Innovationsstiftung für Bildung“ wurde die sog. „Open Innovation“ Strategie angewandt und viele Organisationen und Einzelpersonen aus der Zivilgesellschaft wurden eingeladen mitzuwirken. Ein Bildungsdialog lud zur Partizipation, neue AkteurInnen wurden auf das Thema aufmerksam. Die Motivation und Hoffnung zur positiven Entwicklung und aktiven Förderung von Innovationen im Bildungsbereich war deutlich zu spüren. Privaten Geldgebern wurde mit der Möglichkeit, Substiftungen zu bilden, Investitionen in den Bildungsbereich schmackhaft gemacht. Eine riesige Chance mit großer Hebelwirkung.

 

Die Entwicklungen der letzten Tage hat uns alle jedoch sehr verunsichert. Wir sind besorgt, dass diese großartige Chance verpasst wird. Die kurzfristige Absage des geplanten Innovationsdialogs für Bildung am 15. März 2018 und die insgesamt unklare Zukunft der „Innovationsstiftung für Bildung“ beunruhigt und frustriert viele in der Bildungsszene. Investierten doch sehr viele von uns nicht nur Hoffnungen, sondern auch Ideen, Zeit und Vertrauen in den Aufbau sowie die Entwicklung dieser Innovationsstiftung.

 

Aus diesem Grund appellieren wir heute an Sie persönlich, unsere gewählten politischen VertreterInnen, diese ursprüngliche und kraftvolle Intention des ISBG nicht kurzfristigen budgetären Zwängen zu opfern. Die Hebelwirkungen durch ein verstärktes Engagement zivilgesellschaftlicher AkteurIn

nen und die Förderung der Finanzierung von Bildungsinnovationen durch private GeldgeberInnen würde empfindlich leiden, wenn der Anreiz durch gut dotierte, staatliche Förderausschreibungen oder die Hebelung von Substiftungen wegfällt. Können und wollen wir uns das leisten? In einer Zeit des Wandels und großer Veränderungen, in denen frei nach John F. Kennedy nur eines teurer ist als Bildung: keine Bildung.

 

Lassen Sie das ISBG in vorliegender Version wirken. Lassen Sie die „Innovationsstiftung für Bildung“ ihre Arbeit aufnehmen. Lassen Sie uns gemeinsam in Bildung investieren – für unsere Kinder, für unsere Zukunft, für Österreich.

 

Die unterzeichnenden Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen in alphabetischer Reihenfolge:

 

Hier können Sie / kannst Du diesen Offenen Brief unterzeichnen.

Nachruf auf Heidemarie Lex-Nalis

Eine große Pädagogin ist nicht mehr

Dass Heide Lex-Nalis in die österreichische Schulgeschichte eingehen wird, steht jetzt schon fest. Mit ihrem großartigen Einsatz für die Verbesserung der österreichischen Bildung, insbesondere im Bereich des Kindergartens, wurde sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Die ausgebildete Kindergartenpädagogin promovierte am Institut für Bildungswissenschaften an der Universität Klagenfurt. Als Direktorin einer Bildungsanstalt für Elementarpädagogik setzte sie sich nicht nur für eine qualitätsvolle Ausbildung ein, sondern auch für die Professionalisierung des Berufs der SchuldirektorInnen. Bereits in den 1990er-Jahren zählte sie in diesem Kontext zu den Vorkämpferinnen des Gedankens der Schulautonomie und trug erheblich dazu bei, dass dieses Thema Eingang in die bildungspolitische Diskussion fand. Ihr ist es zu verdanken, dass die Kleinkindpädagogik und der Gedanke vom Kindergarten als Bildungseinrichtung eine zentrale Forderung im Bildungsvolksbegehren war und so einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Im Bildungsvolksbegehren war sie eine engagierte Mitstreiterin, an deren unerschütterlichen Optimismus wir uns heute noch gerne erinnern.

Ihr ganzes Engagement galt der Verbesserung der Rahmenbedingungen in unseren Kindergärten. Sie wurde nicht müde, darauf hinzuweisen, dass wir den Standards vergleichbarer Länder nicht entsprechen. Die Ausbildung auf Hochschulniveau fehlt zwar noch immer, die Gruppen sind noch immer zu groß. Dennoch, und dafür sei ihr nachdrücklich im Nachhinein gedankt, fanden zentrale Anliegen Eingang in aktuelle politische Vorhaben. Genannt sei ein einheitlicher verbindlicher Bildungsrahmenplan oder die Verlegung der Zuständigkeit in das Bildungsministerium. Bis 2017 war sie ehrenamtlich Sprecherin und Koordinatorin der Plattform Educare.

Privat kannten wir sie als liebenswerte, einfühlsame, humorvolle Frau.  Auch ihre direkte Art, Missstände anzusprechen und ihr Beharren, nicht davon zu lassen, wird uns immer positiv in Erinnerung bleiben. Auch das war sie: Ohne groß darüber zu reden, hat sie in den letzten Jahren mit großem Einsatz persönlich Flüchtlinge betreut.

Nach kurzer, schwerer Krankheit ist sie am 24.2. verstorben. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie, insbesondere ihrem Mann Johannes!

Heide, du fehlst uns sehr! Wir werden in deinem Sinne weitermachen!

 

Heidi Schrodt und Erwin Greiner für „BildungGrenzenlos“

 

 

 

 Ausblick 2017/18:

Wir möchten Ihnen einen kleinen Einblick in die Themen geben, mit denen sich Bildung Grenzenlos im Schuljahr 2017/18 schwerpunktmäßig befassen wird. Sobald dazu Veranstaltungen fixiert sind, erfahren Sie die Details über unseren Newsletter und hier auf der Homepage:

  • Inklusion
  • außerschulische Bildung für Flüchtlinge
  • Achtsamkeitspädagogik
  • Die Themenfelder „Kooperation Polytechnische Schule – Berufsschule“ und „Überbetriebliche Ausbildung“
  • Digitalisierung der Bildung
  • Schularchitektur
  • Elternarbeit bzw. Elternteilhabe an Schulen mit schwierigen Rahmenbedingungen

Bildung Grenzenlos unterstützt die Vorschläge von LehrerInnen einiger Wiener Schulen zum Thema „Flüchtlinge im Schulsystem“

Den vorgeschlagenen Maßnahmenkatalog zum Download finden sie hier.

Nach wie vor aktuell: „Neustart Schule“

Am 22. Oktober 2015 startete die Industriellenvereinigung eine Kampagne, welche das Ziel hat, Bewegung in die Bildungspolitik zu bringen. Bildung Grenzenlos ist von Anfang an Partner dieser Initiative.

Am 14. und 15. September 2015 fanden eine ExpertInnenrunde und eine Pressekonferenz zum Positionspapier von Neustart Schule statt. Informationen dazu u.a. auf der Homepage von Neustart Schule, aber auch im Standard und im Kurier.

Nähere Informationen zu „Neustart Schule“ finden Sie unter https://neustart-schule.at. Dort besteht auch die Möglichkeit, die Initiative namentlich zu unterstützen.

Hier finden Sie Ergebnisse einer Umfrage von Neustart Schule zum Thema Ganztagsschule: Ganztagsschule Umfrage November 2016

Unsere Vorsitzende Heidi Schrodt hat ein viel diskutiertes Buch zum Thema Migration und Schule verfasst: „Sehr gut oder Nicht Genügend?“ Details dazu unter „Sehr gut oder Nicht genügend?“